In der Unfallversicherung der Itzehoer gibt es klar geregelte Ausschlüsse: Bestimmte Unfälle – etwa durch Bewusstseinsstörungen, Straftaten, Krieg, Luftfahrt, Motorrennen oder Kernenergie – sind ebenso vom Versicherungsschutz ausgenommen wie einzelne Gesundheitsschäden, darunter Bandscheibenschäden, Strahlenschäden, Infektionen, Vergiftungen und psychische Reaktionen. Für viele dieser Fälle gelten jedoch wichtige Ausnahmen, bei denen der Schutz doch greift.
Ausgeschlossene Unfälle
Kein Versicherungsschutz besteht für folgende Unfälle:
1. Unfälle durch Bewusstseinsstörungen und Anfälle:
Unfälle der versicherten Person durch Bewusstseinsstörungen sowie durch Schlaganfälle, epileptische Anfälle oder andere Krampfanfälle, die den ganzen Körper der versicherten Person ergreifen.
Eine Bewusstseinsstörung liegt vor, wenn die versicherte Person in ihrer Aufnahme- und Reaktionsfähigkeit so beeinträchtigt ist, dass sie den Anforderungen der konkreten Gefahrenlage nicht mehr gewachsen ist.
Ursachen für die Bewusstseinsstörung können sein:
- eine gesundheitliche Beeinträchtigung,
- die Einnahme von Medikamenten,
- Alkoholkonsum,
- Konsum von Drogen oder sonstigen Mitteln, die das Bewusstsein beeinträchtigen.
Beispiele: Die versicherte Person
- stürzt infolge einer Kreislaufstörung die Treppe hinunter.
- kommt unter Alkoholeinfluss mit dem Fahrzeug von der Straße ab.
- torkelt alkoholbedingt auf dem Heimweg von der Gaststätte und fällt in eine Baugrube.
- balanciert aufgrund Drogenkonsums auf einem Geländer und stürzt ab.
Ausnahme: Die Bewusstseinsstörung oder der Anfall wurde durch ein Unfallereignis verursacht, für das nach diesem Vertrag Versicherungsschutz besteht. In diesen Fällen gilt der Ausschluss nicht.
Beispiel: Die versicherte Person hatte während der Vertragslaufzeit einen Unfall mit einer Hirnschädigung. Ein neuer Unfall ereignet sich durch einen epileptischen Anfall, der auf die alte Hirnschädigung zurückzuführen ist. Wir zahlen für die Folgen des neuen Unfalls.
2. Vorsätzliche Straftaten:
Unfälle, die der versicherten Person dadurch zustoßen, dass sie vorsätzlich eine Straftat ausführt oder versucht.
3. Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse:
Unfälle, die unmittelbar oder mittelbar durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse verursacht sind.
Ausnahme: Die versicherte Person wird auf Reisen im Ausland überraschend von Kriegs- oder Bürgerkriegsereignissen betroffen. In diesem Fall gilt der Ausschluss nicht.
Der Versicherungsschutz erlischt dann am Ende des siebten Tages nach Beginn eines Krieges oder Bürgerkrieges auf dem Gebiet des Staats, in dem sich die versicherte Person aufhält.
Diese Ausnahme gilt nicht:
- bei Reisen in oder durch Staaten, auf deren Gebiet bereits Krieg oder Bürgerkrieg herrscht,
- für die aktive Teilnahme am Krieg oder Bürgerkrieg,
- für Unfälle durch atomare, biologische oder chemische Waffen. In diesen Fällen gilt der Ausschluss.
4. Luftfahrzeuge und Luftsportgeräte:
Unfälle der versicherten Person
- als Führer eines Luftfahrzeugs oder Luftsportgeräts, soweit er nach deutschem Recht dafür eine Erlaubnis benötigt. Beispiel: Pilot, Gleitschirm- oder Drachenflieger.
- als sonstiges Besatzungsmitglied eines Luftfahrzeugs. Beispiel: Funker, Bordmechaniker, Flugbegleiter.
- bei beruflichen Tätigkeiten, die mit Hilfe eines Luftfahrzeugs auszuüben sind. Beispiel: Luftfotograf, Sprühflüge zur Schädlingsbekämpfung.
5. Rennen mit Motorfahrzeugen:
Unfälle der versicherten Person durch die Teilnahme an Rennen mit Motorfahrzeugen.
Teilnehmer ist jeder Fahrer, Beifahrer oder Insasse des Motorfahrzeugs.
Rennen sind solche Wettfahrten oder dazugehörige Übungsfahrten, bei denen es auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten ankommt.
6. Kernenergie:
Unfälle, die unmittelbar oder mittelbar durch Kernenergie verursacht sind.
Ausgeschlossene Gesundheitsschäden
Kein Versicherungsschutz besteht außerdem für folgende Gesundheitsschäden:
1. Bandscheiben-, Organ- und Gehirnblutungen:
Schäden an Bandscheiben sowie Blutungen aus inneren Organen und Gehirnblutungen.
Ausnahme:
- Ein Unfallereignis hat diese Gesundheitsschäden überwiegend (das heißt: zu mehr als 50 %) verursacht, und
- für dieses Unfallereignis besteht Versicherungsschutz nach diesem Vertrag. In diesem Fall gilt der Ausschluss nicht.
2. Strahlen:
Gesundheitsschäden durch Strahlen.
3. Heilmaßnahmen oder Eingriffe:
Gesundheitsschäden durch Heilmaßnahmen oder Eingriffe am Körper der versicherten Person. Als Heilmaßnahmen oder Eingriffe gelten auch strahlendiagnostische und strahlentherapeutische Handlungen.
Ausnahme:
- Die Heilmaßnahmen oder Eingriffe waren durch einen Unfall veranlasst, und
- für diesen Unfall besteht Versicherungsschutz nach diesem Vertrag. In diesem Fall gilt der Ausschluss nicht.
Beispiel: Die versicherte Person erleidet einen Unfall und lässt die Unfallverletzung ärztlich behandeln. Ein Behandlungsfehler führt dabei zu weiteren Schädigungen.
4. Infektionen:
Infektionen.
Ausnahme: Die versicherte Person infiziert sich
- mit Tollwut oder Wundstarrkrampf.
- mit anderen Krankheitserregern, die durch nicht nur geringfügige Unfallverletzungen in den Körper gelangten. Geringfügig sind Unfallverletzungen, die ohne die Infektion und ihre Folgen keiner ärztlichen Behandlung bedürfen.
- durch solche Heilmaßnahmen oder Eingriffe, für die ausnahmsweise Versicherungsschutz besteht.
In diesen Fällen gilt der Ausschluss nicht.
5. Vergiftungen:
Vergiftungen infolge Einnahme fester oder flüssiger Stoffe durch den Schlund (Eingang der Speiseröhre).
Ausnahme: Die versicherte Person hat zum Zeitpunkt des Unfalls das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet. Für diesen Fall gilt der Ausschluss nicht, es sei denn, die Vergiftung ist durch Nahrungsmittel verursacht.
6. Psychische Reaktionen:
Krankhafte Störungen infolge psychischer Reaktionen, auch wenn diese durch einen Unfall verursacht wurden.
Beispiele:
- Posttraumatische Belastungsstörung nach Beinbruch durch einen Verkehrsunfall.
- Angstzustände des Opfers einer Straftat.
7. Bauch- oder Unterleibsbrüche:
Bauch- oder Unterleibsbrüche.
Ausnahme:
- Sie sind durch eine gewaltsame, von außen kommende Einwirkung entstanden, und
- für die Einwirkung besteht Versicherungsschutz nach diesem Vertrag. In diesem Fall gilt der Ausschluss nicht.
Was bedeutet das konkret?
Die Unfallversicherung leistet nicht bei jedem Ereignis. Bestimmte Unfallursachen – etwa Bewusstseinsstörungen durch Alkohol oder Drogen, vorsätzliche Straftaten, Krieg, das Führen von Luftfahrzeugen, Motorrennen oder Kernenergie – sind ausgeschlossen. Ebenso sind einige Gesundheitsschäden wie Bandscheibenschäden, Strahlen- und Infektionsschäden, Vergiftungen, psychische Reaktionen sowie Bauch- und Unterleibsbrüche nicht mitversichert. Für viele dieser Punkte gibt es jedoch Ausnahmen, in denen der Schutz doch greift – vor allem dann, wenn ein versichertes Unfallereignis die Ursache war. Diese Übersicht dient als unverbindliche Orientierung; maßgeblich ist der konkrete Vertrag.
Häufige Fragen
Ist ein Unfall unter Alkoholeinfluss versichert?
Nein. Unfälle durch Bewusstseinsstörungen, zu denen auch Alkoholkonsum zählt, sind ausgeschlossen. Ein Beispiel ist, wenn die versicherte Person unter Alkoholeinfluss mit dem Fahrzeug von der Straße abkommt.
Greift der Schutz bei Krieg oder Bürgerkrieg im Ausland?
Wird die versicherte Person auf Reisen im Ausland überraschend von Kriegs- oder Bürgerkriegsereignissen betroffen, gilt der Ausschluss nicht. Der Versicherungsschutz erlischt jedoch am Ende des siebten Tages nach Beginn eines Krieges oder Bürgerkrieges auf dem Gebiet des Aufenthaltsstaats. Ausgenommen bleiben Reisen in bereits betroffene Staaten, die aktive Teilnahme sowie Unfälle durch atomare, biologische oder chemische Waffen.
Sind Bandscheibenschäden mitversichert?
Grundsätzlich sind Schäden an Bandscheiben ausgeschlossen. Eine Ausnahme gilt, wenn ein Unfallereignis den Schaden überwiegend – also zu mehr als 50 % – verursacht hat und für dieses Unfallereignis Versicherungsschutz nach dem Vertrag besteht.
Sind Infektionen vom Schutz ausgenommen?
Infektionen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Ausnahmen bestehen bei Tollwut oder Wundstarrkrampf, bei Krankheitserregern, die durch nicht nur geringfügige Unfallverletzungen in den Körper gelangten, sowie bei Infektionen durch Heilmaßnahmen oder Eingriffe, für die ausnahmsweise Versicherungsschutz besteht.
Ist eine posttraumatische Belastungsstörung nach einem Unfall abgedeckt?
Nein. Krankhafte Störungen infolge psychischer Reaktionen sind ausgeschlossen, auch wenn sie durch einen Unfall verursacht wurden – etwa eine posttraumatische Belastungsstörung nach einem Beinbruch durch einen Verkehrsunfall.